Hier wurde die letzten Tage wirklich viel experimentiert. Und zwar nicht mit Likör, Badezusätzen oder Duftöl, sondern mit diesem Orangenölreiniger. Für mich der absolute Hit! ...und wer jetzt denkt ich hätte Böden geschrubbt - weit verfehlt! Aber alles schön der Reihe nach:
In diversen amerikanischen blogs (z.B.
hier) habe ich von einer Transfertechnik mit einem Reinigungsmittel namens Citrosolv gelesen. Natürlich ist genau dieses Produkt hierzulande nicht erhältlich. Typisch. Allerdings bin ich die Inhaltsstoffe durchgegangen und habe mich ins nächste Reformhaus gewagt. Und siehe da, es gibt auch
hier ein vergleichbares Produkt. Die Technik funktioniert tatsächlich, ist vielseitig anwendbar, kostengünstig und geht wirklich sehr schnell. Was zum Transfer mit Orangenölreiniger benötigt wird, haben die meisten bereits Zuhause. Und zwar:
Einen ausgesuchten Stoff, einen Pinsel, einen Esslöffel, eine feste Unterlage, natürlich den Reiniger und...
...eine Transfervorlage. Wichtig dabei ist, dass diese Vorlage auf einem Laserprinter ausgedruckt wurde. Ich selber habe das nicht getestet, aber scheinbar funktionieren Ausdrucke eines Tintenstrahldruckers nicht. Für mich ist genau dieser Punkt entscheidend, denn mir stehen nur Laserprinter zur Verfügung. (Wer keinen Zuhause hat, könnte auf einen Copyshop ausweichen.) Bei Vorlagen mit Schrift ist es außerdem wichtig den Schriftzug gespiegelt auszudrucken! (Ich denke zum Thema Bildrechte muss ich hier nichts sagen!)
Ich habe mit unterschiedlichen Stoffen experimentiert. Fein gewebte Stoffe erzielen das beste Resultat, die Vorlage ist hier besonders detailiert zu sehen. Gut geeignet ist auch der Stoff
Bomull (2 Euro/m) von unseren schwedischen Freunden. Aber jetzt genug geredet, los gehts:
Zunächst den Stoff mit der schönen Seite nach oben auf die Unterlage legen. Bedenkt bitte, dass die Unterlage wasserfest sein sollte, sonst landet der Reiniger am Ende noch auf dem schönen Holztisch. Ich habe beispielsweise meine Schneidematte verwendet. Die Transfervorlage jetzt umgedreht auf dem Stoff plazieren und mit etwas Klebeband befestigen.
Etwas von dem Reiniger in eine Schüssel geben (nicht zu viel, das Mittel verdunstet sehr schnell) und mit dem Pinsel auf die Vorlage auftragen. Wie man sieht, saugt sich das Papier schnell voll und das Motiv wird deutlich sichtbar. keine Angst wenn mal etwas von dem Reiniger daneben geht, die "Flecken" verschwinden beim Trocknen.
Nun mit der Rückseite des Esslöffels das Motiv auf den Stoff bringen. Dazu muss mit einigem Druck gearbeitet werden...ohne Fleiß, kein Preis... Wenn man unsicher ist, wieviel Farbe bereits abgegeben wurde, kann man bei dieser Technik getrost die Vorlage etwas anheben, kontrollieren und ggf. nacharbeiten. Aber vorsicht: die Vorlage wieder richtig positionieren. Ich habe diesen Schritt auch mit Kochlöffeln und Plastikschabern probiert, aber der Löffel hat wirklich am Besten geklappt.
Wenn man mit dem Transfer zufrieden ist, kann man die Vorlage abnehmen...
...und bestaunen.
Zum Fixieren wird das Ganze jetzt gebügelt.
Dazu ein Backpapier auf den Stoff legen, das Bügeleisen auf Stufe 2-3 (ohne Dampf) einstellen und etwa 20-30 Sekunden bügeln. Dieser letzte Schritt bedarf hier im Haus noch weiterer Experimente. Ich habe gelesen, dass die Farbe beim Waschen nicht verblasst. Meine Proben haben aber doch etwas an Farbe verloren:
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| Vor dem Waschen auf Leinen |
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| Danach |
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| Vor dem Waschen auf BOMULL |
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| Danach |
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| Vor dem Waschen auf Jersey |
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| Danach |
Das kann am Stoff oder am Fixieren liegen. Ich werde es rausfinden...
Aber selbst wenn sich das Rauswaschen der Farbe nicht verhindern lässt, bin ich von dieser Technik begeistert und mir fallen einige Projekte ein, die ich jetzt realisieren kann. Mit einigen habe ich schon begonnen...soviel sei bereits jetzt gezeigt:
Mehr gibt es dann nächste Woche. Jetzt ist Pfützen-patschen angesagt!
...und by the way: ich würde mich über Erfahrungen eurerseits sehr freuen - versuch macht klug und zusammen ist man weniger allein...