Freitag, 29. August 2014

DIY - Beton Abroller

Dieses Projekt war wohl logistisch betrachtet bisher am aufwändigsten, hat aber auch tatsächlich am meisten Spass gemacht. Mit tatkräftiger Unterstützung des Haus und Hof Schreiners, der sich damit auch als absoluter Allrounder bewiesen hat, hat es tatsächlich funktioniert.

Ich wollte einen neuen Klebefilm-Abroller, aber einen schönen und da das zwei Dinge sind, die scheinbar nicht gut zusammenpassen (es sei denn man möchte etwa 60 Euro bezahlen) hiess es: tüfteln. Der Werkstoff Beton stand zu Beginn schon fest und so haben wir es gemacht:


Zunächst braucht man eine geeignete Giessform. Dafür benötigt man einen Hauptkörper, ein Innenleben und einen Drehkörper, auf welchem die Rolle des Klebefilms später abgerollt werden kann. 
Der Hauptkörper war in unserem Fall eine alte, quadratische Tupperdose. Der Drehkörper ein Stück Rohr einer Duschamatur. Entscheidend bei der Auswahl des Hauptkörpers ist, dass die Seiten am Ende (wenn das Innenleben vom Beton gelöst wird) noch eine Dicke von etwa 2-2,5cm haben und somit genug Stabilität bilden. 

Entsprechend des Durchmessers des Drehkörpers, werden zwei Löcher in den Hauptkörper gebohrt (siehe Bild). Hier muss genau gearbeitet werden, denn der Drehkörper soll ja am Ende auch gerade sein. 
Das Innenleben bildet eine etwa 4cm dicke Scheibe aus Holz, in welche mittig wiederum ein Loch für den Drehkörper gebohrt wird. Entscheidend ist, dass alle Elemente wasserabweisend sind, denn sonst würde der Beton daran haften bleiben. Um die Holzscheibe wasserabweisend zu machen, wurde sie in unserem Fall mit Schusterleder beklebt und die entstandenen Kanten mit Silikon abgedichtet.


Um den Beton einzugiessen, werden alle drei Teile mit Speiseöl eingefettet (damit der Beton nicht haftet und die Teile später wieder voneinander getrennt werden können) und folgendermassen zusammengebaut. 


Bei diesem Projekt wurde Trasszement verwendet. Kann ich nur empfehlen! Der Beton braucht nur mit Wasser angerührt zu werden, trocknet gleichmässig und hat eine feine Struktur. Der Beton wird allerdings nur bis etwas über die Mitte des Innenlebens hinaus befüllt (da sich ein Kreis ja verjüngt, kann er sonst nicht über den eventuell darüber liegenden Beton herausgehoben werden). 
Dann ist Geduld gefragt, denn das Ganze sollte mindestens zwei Tage trocknen. 

Wenn es dann soweit ist, wird der Drehkörper VORSICHTIG aus der Form gezogen und das Innenleben VORSICHTIG herausgehoben. Im Grossen und Ganzen wars das schon fast. Der Rohling kann jetzt mit Schleifpapier bearbeitet werden. Zum Schluss ein Stück von einem Sägeblatt zurechtschneiden und an eine Kante kleben, Klebefilm rein und FERTIG. 

All das Rechnen, Probieren, bohren, in geeigneten Materialien stöbern hat riesen Spass gemacht. Und jetzt steht auf meinem Schreibtisch ein FERTIGer Beton-Klebefilmabroller. Toll. 



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen